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Neues Wohngebiet am Alsterplatz

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So soll das Wohngebiet am Alsterplatz aussehen
BZ, 01.02.2014 von Karsten Mentasti

Ein Architektenbüro aus Dachau gewann den städtebaulichen Wettbewerb. Baubeginn soll in zwei Jahren sein.

Das städtische Tochterunternehmen Nibelungen Wohnbau GmbH will zwischen 2016 und 2019 für 35 Millionen Euro ein Wohngebiet mit 200 teils geförderten und teils nicht geförderten Miet- sowie einem kleineren Teil Eigentumswohnungen am bisherigen Schulstandort bauen.

Wie die Bebauung grob aussehen soll, steht jetzt fest. Durchgesetzt hat sich in einem anonymisierten Wettbewerb das Büro „DV–Deffner Voitländer Architekten“ aus Dachau. „Wie die Häuser im Detail gestaltet werden, wird in einem zweiten Schritt geplant“, erklärte Rüdiger Warnke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nibelungen Wohnbau GmbH. Dazu würden erfahrene Architekturbüros beauftragt.


Eugen Gotowka, Anwohner der benachbarten Emsstraße:  „Gut ist, dass keine Hochhäuser entstehen. Da behalte ich meinen freien Blick nach Westen.“

„Was der Jury gut an diesem Entwurf gefallen hat, ist die Durchmischung mit unterschiedlichen Haustypen: Solitärgebäude stehen neben Hauszeilen“, erläuterte Nibelungen-Geschäftsführerin Maren Sommer. Der Alsterplatz bleibt als dreieckiger Platz erhalten, eine Hauszeile als Übergang zum Wohngebiet soll im Erdgeschoss Platz für Läden, Praxen, Seniorencafé, Gastronomie sowie eine Begegnungsstätte erhalten. Denkbar sei ein vierter Nachbarschaftstreffpunkt des Vereins Stadtteilentwicklung Weststadt, verdeutlichte Warnke.

Der Alsterplatz soll nach dem Bau des neuen Quartiers wesentlich belebter sein als zurzeit. Über ihn sollen einerseits die Schüler der IGS geschickt an den Wohnhäusern vorbei zum Schulneubau geleitet werden, andrerseits werde der Platz über eine grüne Achse zum Westpark geöffnet.


 Hans-Werner Quast, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins: „Vielleicht kann das geplante Haus der Talente in das Projekt Alsterplatz integriert werden.“

Jung und Alt sollten sich im Wohngebiet Alsterplatz in einem „zukunftsweisenden städtebaulichen Gesamtkonzept mit qualitätsvoller Architektur“ wohlfühlen, verdeutlichte Warnke. Ein neuer Kindergarten für zwei Gruppen wird im Erdgeschoss eines Wohnhauses entstehen.

Die ersten Reaktionen auf den Entwurf fielen überwiegend positiv aus. Manche Weststädter wie Eugen Gotowa aus der Emsstraße nahmen erfreut zur Kenntnis, dass zwei- bis fünfgeschossige Bebauung geplant ist und keine Hochhäuser wie am Rheinring. Hans-Werner Quast vom Bürgerverein brachte als Treffpunkt gleich das Haus der Talente ins Spiel, das den Alsterplatz für Bewohner anderer Viertel interessant machen könnte. Bezirksbürgermeister Ulrich Römer betonte, ihm sei wichtig, dass altengerechtes Wohnen in das Projekt integriert und Platz für Begegnungen der Weststädter geschaffen würde. „Das hatte man bei der Gründung des Stadtteils vor 52 Jahren vergessen und später nachbessern müssen.“


 

DAS NEUE WOHNQUARTIER ALSTERPLATZ

200 Wohneinheiten sollen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen, auf dem die alte IGS Weststadt nach Bezug des Neubaus im Jahr 2015 abgerissen wird.

Mit dem Auto ist das geplante Wohngebiet durch eine neue verkehrsberuhigte Stichstraße über den Rheinring zu erreichen.

Die besten Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs, darunter die Pläne des Siegerentwurfs, werden noch bis Montag, 10. Februar, in der Aula der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule, Alsterplatz 1, öffentlich ausgestellt. Sie sind montags zwischen 12 und 14 Uhr sowie dienstags bis freitags zwischen 12 und 18 Uhr zu besichtigen.